Ernährungshilfen während der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft ist eine besondere Zeit. Sie stellt die werdende Mutter vor manche Herausforderungen. Ihr Verhalten ist für sie und das heranwachsende Leben in ihr von großer Bedeutung. Dies betrifft auch das weite Feld des Umgangs mit Lebensmitteln und Getränken. Wie sollte die schwangere Frau sich nun verhalten? Soll sie jetzt für zwei essen? Oder wie bisher? Oder ganz anders?
Es gibt durchaus einen veränderten Bedarf an Nährstoffen bei Schwangeren. Wie man dem mit guten Nahrungsmitteln am besten nachkommen kann und was dann noch an Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist, das wird nachfolgend dargestellt.

Was Schwangere bei der Ernährung beachten sollten

Wenn Schwangere eine ausgewogene Ernährungsweise für sich einhalten, ist das schon eine sehr gesunde Basis. Das könnte dann etwa so aussehen:

  • fünfmal pro Tag Obst und Gemüse, auch mal als Smoothie oder Mix aus Trockenfrüchten und Nüssen
  • ergänzend dazu fettreduzierte Milchprodukte
  • Brot, Müsli und Getreideprodukte wie Reis, Bulgur Nudeln usw. stets als Vollkornvariante
  • zweimal pro Woche frischen Fisch
  • gelegentlich Fleisch

 

Als Getränke empfehlen sich Tees und Wasser, Limonaden oder Cola nur selten, da diese viele Kalorien enthalten. Es ist ein Trugschluss, dass man als Schwangere einen erhöhten Kalorienbedarf habe. Dies stimmt nur für die letzten ein, zwei Monate der Schwangerschaft.

Problematische Lebens- und Genussmittel in der Schwangerschaft

Die meisten Lebensmittel können auch von Schwangeren gegessen werden. Natürlich sollte bei bekannter Allergie auf auslösende Lebensmittel verzichtet werden. Ein paar Lebensmittel sollten aber gemieden werden:

  • Rohmilchprodukte, rohe Eier (etwa auch in klassischem Tiramisu, Mayonnaise u.a.), rohes Fleisch (Mettwurst u.a.) oder nicht durchgegartes Fleisch (Steak), roher Fisch (Sushi, Austern u.a.): können Salmonellen enthalten und Trichinose oder Toxoplasmose sowie beim Fötus Meningitis auslösen.
  • Lakritz: enthält Glycyrrhizin und kann Frühgeburten und eventuell bei Kindern eine spätere Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung ADHS auslösen. Empfohlen wird ein wöchentlicher Konsum von nicht mehr als 100 Gramm Lakritz pro Jahr.
  • Kaffee: die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen Kaffeekonsum von nicht mehr als zwei bis drei Tassen Kaffee pro Tag.. Schwarzer Tee und Energydrinks müssen dabei auch beachtet werden.
  • Meeresraubfische (Thunfisch, Schwertfisch, Hai): enthalten viel Quecksilber
  • Chininhaltige Getränke (Bitter Lemon): kann beim Neugeborenen zu Entzugserscheinungen führen.

 

Hinreichend bekannt sollte sein, dass die Zellgifte Nikotin und Alkohol sowie andere Drogen sich auf die Kindesentwicklung im Mutterleib sehr negativ auswirken können und daher komplett gemieden oder wenigstens stark reduziert werden sollten.

Besonderer Nährstoffbedarf für Frauen in der Schwangerschaft

Es gibt nun einige Substanzen, die in der Zeit der Schwangerschaft besonders wichtig für das Wohl der Mutter und des werdenden Kindes sind:

  • Folsäure
  • Jod
  • Calcium
  • Magnesium
  • Eisen
  • Vitamin A
  • Vitamin D
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Zink

 

Durch heutigen Zeitgeist und entsprechende Gewohnheiten wird heute in vielen Lebensbereichen auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgegriffen: Dies umfasst Bereiche der Gesundheitsvorsorge, Fitness, Wellness, Sport und Kosmetik.

Für Schwangere stellt sich die Frage, welche Stoffe sie als Nahrungsergänzungsmittel überhaupt brauchen. Hier sollte stets in Rücksprache mit einem Arzt gehandelt werden. Bei Eigenversorgung durch verschiedene Mittel, vor allem bei Mischpräparaten, besteht die Gefahr der Überdosierung, die als solche ebenfalls wieder eine Gefahr darstellt.

Empfehlenswerte Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere

Einigkeit besteht unter Medizinern darin, dass im Normalfall nur Folsäure und Jod als Nahrungsergänzung zu empfehlen sind. Über verschiedene Darreichungsformen kann man sich bei der Shop-Apotheke informieren.

Die anderen genannten Nährstoffe können bei der oben skizzierten ausgewogenen Ernährung ausreichend aufgenommen werden. Ausnahmen ergeben sich daher auch vor allem bei besonderem Essverhalten. Schwangere, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, kommen eventuell bei folgenden wichtigen Substanzen in eine Unterversorgung:

  • Jod
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Zink
  • Vitamin B12
  • Vitamin D

 

Besonders Vitamin B 12 ist nur in tierischen Produkten enthalten und muss bei reiner oder überwiegender pflanzlicher Nahrung als Ergänzung zugeführt werden.
Vitamin D wird im Herbst und Winter wegen mangelnder Sonneneinstrahlung bei vielen Menschen nicht ausreichend vom Körper produziert und sollte auch ergänzt werden.

Bei Folsäure wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE für Schwangere eine Einnahme von 550 Mikrogramm und für Stillende die Einnahme von 450 Mikrogramm empfohlen.
Ebenso wird Jod von der DGE mit einer Dosis von 150 Mikrogramm täglich empfohlen. Dies senkt das Risiko für Fehlbildungen beim Fötus und Fehlgeburten.

Besondere Absprachen bedarf es bei allen bestehenden Krankheitsdispositionen, wie etwa einer Schilddrüsenerkrankung bezüglich Jod oder einer Anämie bezüglich Eisen

Bildquelle: pixabay.com

One Response

  1. Toll, genau die Informationen zur Ernährung während der Schwangerschaft habe ich gesucht!

    Vielen Dank und liebe Grüße!

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