Interview-Serie: Rechtliche Fragen und die richtige Geburtsvorbereitung

Jennifer, nur noch wenige Monate bis zum Entbindungstermin. Arbeitest du schon weniger?

Nein, ich arbeite noch immer Vollzeit. Zwischen 20 und 6 Uhr oder an Sonn- und Feiertagen darf ich allerdings nicht arbeiten – aber das ist bei meinem Job sowieso nicht nötig. Sechs Wochen vor meinem Entbindungstermin bleibe ich dann zu Hause sowie mindestens acht Wochen nach der Geburt. Sollte es eine Frühgeburt sein oder Mehrlinge, stehen mir sogar zwölf Wochen zu.

Hast du deinem Arbeitgeber schon von deiner Schwangerschaft erzählt?

Ja, schon längst. Laut Mutterschutzgesetz sollte man seinen Chef sofort infor-mieren. Das geschieht auch im eigenen Interesse. Mein ungeborenes Kind und ich sind dann besser vor Gefahren am Arbeitsplatz geschützt. Das Mutterschutzgesetz soll verhindern, dass Arbeitgeber werdenden Müttern wegen der Schwangerschaft kündigen.

Weißt du schon, ob du die volle Elternzeit in Anspruch nimmst?

Nein, aber ich habe mich schon schlau gemacht. Vielleicht bleibe ich zwölf Monate zu Hause und mein Mann zwei – vielleicht machen wir es auch anders herum. Wir können uns 14 Monate aufteilen. Dabei erhält man 67 Prozent des wegfallenden Nettogehalts – maximal 1.800 Euro im Monat. Spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit muss ich meinen Arbeitgeber schriftlich über meine Pläne für die Elternzeit informieren. Aber dafür bleibt mir noch etwas Zeit. Erst einmal habe ich nach einer Hebamme gesucht und mich in der zehnten Schwangerschaftswoche für einen Geburtsvorbereitungskurs angemeldet – die Kurse sind meist sehr über-laufen.

Wie hast du die Hebamme gefunden?

Der einfachste Weg ist natürlich über Empfehlungen. Ansonsten gibt es Adressen im Internet, beim Bund Deutscher Hebammen, bei Krankenhäusern, Frauenärzten und in den Gelben Seiten. Wichtig ist, dass man die Hebamme früh kennenlernt und die Chemie stimmt.

Auf was hast du bei deiner Auswahl noch geachtet?

Ich hatte eine ganze Liste: Wie weit ist die Praxis entfernt? Bietet die Hebamme eine Rund-um-Betreuung? Also Vorsorge, Geburtsbetreuung, Nachsorge und Zusatzkurse wie Babymassage oder Akupunktur. Für mich war wichtig, dass die Hebamme mich sowohl in der Schwangerschaft, als auch danach betreut und bei der Geburt dabei ist. Dafür muss sie aber Beleghebamme oder Angestellte im Krankenhaus sein.

Hast du dir schon Gedanken gemacht, wie die Geburt verlaufen soll?

Klar, gleich nachdem ich mir sicher war, schwanger zu sein. Da gibt es ja ver-schiedene Möglichkeiten: im Krankenhaus, zu Hause oder im Geburtshaus. Sobald man weiß, wie und wo man entbinden möchte, kann man nach der passenden Hebamme suchen. Jeder hat eigene Wünsche und Vorstellungen, dennoch sollte man sich frühzeitig klar machen, wie man sich die Zeit während und nach der Schwangerschaft vorstellt.

Alles klar, danke für das Gespräch! Nächstes Mal unterhalten wir uns dann über Schwangerschaftsvorsorge.

Die Schwenninger Krankenkasse bietet werdenden Müttern erstklassige Leistungen rund um Schwangerschaft, Geburt und Baby. Jetzt anrufen und beraten lassen. 0800 0104501 (kostenfrei für Mobilfunk/Festnetz). Täglich von Montag bis Freitag von 08:00 – 18:00 Uhr.

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