Lebensmittelzusatzstoffe

Liebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie das Gefühl, wenn Sie auf die Verpackung von Lebensmitteln sehen und sich Fragen, was hinter den E-Nummern steckt? 

Ich bin der Sache auf den Grund gegangen.

Was steckt hinter den E-Nummern?

Zusatzstoffe in Lebensmitteln – warum sind sie drin, warum haben sie einen schlechten Ruf und was bedeuten die E-Nummern?

Dies ist ein sehr umfangreiches Thema, zu dem man seitenweise schreiben könnte. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, Ihnen aber eine ausreichende Zusammenfassung geben, die Ihnen einen Überblick über dieses Thema verschafft.

Was machen diese Stoffe?

Lebensmittelzusatzstoffe sind Stoffe, die Lebensmitteln beigefügt werden um deren Eigenschaften, beispielsweise deren Geschmack, Aussehen, Haltbarkeit und Stabilität, zu beeinflussen. Sie werden bei deren Verarbeitung aus technologischen Gründen eingesetzt. Natürliche oder naturidentische Stoffe, wie Aromen oder Vitamine (ausgenommen Aminosäuren, Vitamin A und D, Mineralstoffe und künstliche Aromen), gehören zu den Zutaten eines Produktes.

Auch technische Hilfsstoffe, z.B. Enzyme, Formtrennmittel oder Entkeimungsmittel und Rückstände (wie Pflanzenschutzmittel, Pestizide) gehören nicht zu den Zusatzstoffen. Sie bleiben als unbeabsichtigte und technisch unvermeidbare Rückstände im Endprodukt zurück

Seit wann gibt es Zusatzstoffe?

Zusatzstoffe in Lebensmitteln gibt es erst, seit Nahrungsmittel industriell verarbeitet werden. Es dürfen nur Zusatzstoffe verwendet werden, die auf einer sogenannten E-Liste aufgeführt sind. Das E steht für Europa. Die Liste ist in allen Ländern der Europäischen Union gültig und ist somit sprachunabhängig definiert. Zurzeit gibt es in der EU 319 zugelassene Zusatzstoffe. Diese sind in Gruppen untergliedert:

In der EU zugelassene Zusatzstoffe

  • E100 – E180 Farbstoffe
  • E200 – E252 Konservierungsstoffe
  • E260 – E297 Säuerungsmittel
  • E300 – E385 Antioxidanten
  • E400 – E422 Verdickungs-, Gelier-, Feuchthaltemittel u. a.
  • E432 – E450 Emulgatoren
  • E500 – E585 Verschiedene Zusatzstoffe
  • E620 – E1515 Geschmacksverstärker, Süssstoffe u. a.

 

Wer kontrolliert das?

Die Zulassung eines Stoffes erfolgt durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und wird nur erlaubt, wenn der Zusatz technologisch notwendig und gesundheitlich unbedenklich ist und der Verbraucher nicht getäuscht wird. Viele Zusatzstoffe sind nur in begrenzter Menge und für bestimmte Lebensmittel zulässig. Sie müssen für den Verbraucher bei verpackten Lebensmitteln gekennzeichnet werden. Bei lose verkauften Waren (z.B. in Bäckereien, Metzgereien) reicht ein Schild neben dem Lebensmittel oder ein frei zugängliches „Zutaten-Buch“. In Gastronomiebetrieben muss mit Fußnoten auf den Speisekarten auf Zusatzstoffe hingewiesen werden.

Wo werden diese Stoffe häufig eingesetzt?

„Light-Produkte“ beispielsweise wären ohne Zusatzstoffe (hauptsächlich Süßungsmittel, Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker) kaum vorstellbar und sind in der Regel immer eine Mogelpackung. Durch weniger Fett und Zucker müssen mehr Zusatzstoffe in diesen Produkten eingesetzt werden, damit Konsistenz, Aussehen und Geschmack erhalten bleiben. Natürliche „Light-Produkte“ gibt es genügend, z.B. Vollkorn, Salat, Obst, Gemüse, Rohkost.

Zusatzstoffe – gut oder schlecht?

Zusatzstoffe ermöglichen eine kostengünstigere und schnellere Produktion in der Lebensmittelindustrie – aber nicht selten haben Zusatzstoffe ein schlechtes Image bei der Bevölkerung. Ob Zusatzstoffe gesundheitsschädlich sind oder nicht kann nicht eindeutig pauschal mit Ja oder Nein beantwortet werden. Gesundheitlich unbedenklich sind über die Hälfte der derzeit zugelassenen Zusatzstoffe. Für diese gibt es zurzeit keine seriösen wissenschaftlichen Auswertungen über negative Reaktionen auf die menschliche Gesundheit. Andere Zusatzstoffe können Einfluss auf bestimmte Krankheiten haben – beispielsweise sind für Personen mit Asthma, Allergien, Neurodermitis, Darmerkrankungen und Pseudoallergien bestimmte Zusatzstoffe definitiv nicht empfehlenswert.

Lebensmittel mit den gesundheitlich bedenklichen Azofarbstoffen (Gelborange E110, Azorubin E122, Allurarot AC E129, Tartrazin E102, Cochenillerot E124 und Cholingelb E104) – die auch im Verdacht stehen, Allergien auszulösen und Krebs zu erregen – müssen seit Juli 2010 mit folgendem Warnhinweis versehen werden: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen!“. Sicher vor Azofarben ist man, wenn man auf Lebensmittel „ohne künstliche Farbstoffe“ oder auf Bioprodukte zurückgreift.

Fazit:

Wie viele Zusatzstoffe in einem Produkt sind, hängt von der Verarbeitung der Lebensmittel ab – je mehr ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto mehr Zusatzstoffe sind drin oder anders: je weniger ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto weniger Zusatzstoffe sind enthalten.

Wer auf der sicheren Seite sein möchte, um nicht so viele Zusatzstoffe zu sich zu nehmen, greift am besten zu unverarbeiteten und frischen Lebensmitteln und kocht selbst.

Unsere Empfehlung an Sie:

So wenig Zusatzstoffe zu sich nehmen wie nötig! Denn selbst in Wurst, Käse u. ä. Produkten, die die meisten von uns sicher gelegentlich essen, sind bereits Zusatzstoffe enthalten.

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