Stillstart: So fließt die Muttermilch

Heute freue ich mich Ihnen einen Gastbeitrag von Frau Afgan (Stillberaterin LLL) zum Thema Stillen und Muttermilch an die Hand geben zu können.

Sie sind schwanger und möchten gerne Ihr Baby stillen? Freuen Sie sich auf diese besondere Zeit. Ihr Körper hat sich schon darauf vorbereitet, Ihr Baby auch nach der Geburt so gut und reichlich zu ernähren wie jetzt. Ihre Brust ist größer geworden, die Brustwarzen dunkler, die Venenzeichnung deutlicher: Es ist Brustdrüsengewebe gewachsen, das für die Milchbildung zuständig ist. Eine Vorbereitung der Brust auf das Stillen ist nicht nötig.

Ihr gesundes und zum Termin geborenes Baby bringt von Geburt an die Fähigkeit mit, ohne Eingreifen von außen alleine an der Brust zu trinken. Die meisten Babys saugen bereits innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt. Lassen Sie Ihr Baby dazu in Brusthöhe bäuchlings auf Ihrem Bauch ruhen und stützen Sie es am Rücken. Es wird von ganz alleine sein Köpfchen in Richtung Brust drehen, Suchbewegungen machen, seinen Mund weit öffnen, ansaugen und trinken. Durch das Saugen wird ein Hormon ausgeschüttet, das den so genannten Milchspendereflex auslöst. Sie spüren diesen Reflex vielleicht wie ein Kribbeln in der Brust. Ihre Milch fließt nun und Sie hören Ihr Baby ziehen und schlucken. Das gleiche Hormon wird übrigens bei Körperkontakt ausgeschüttet. Durch ausgiebiges Kuscheln mit Ihrem Kind können Sie die Milchbildung daher gut unterstützen.

Sie dürfen Ihr gesundes Baby nun immer an die Brust legen, sobald es unruhig wird und Suchbewegungen macht. Lassen Sie es solange an jeder Brust trinken, wie es möchte, ganz ohne auf die Uhr zu schauen. Solange Ihr Kind gut zunimmt, darf Ihr Baby seine Stillabstände alleine regulieren. Als ungefähre Richtlinie gilt: Ein Neugeborenes trinkt in den ersten Wochen etwa 8-12 Mal in 24 Stunden. Sollte Ihr Baby in der ersten Zeit sehr verschlafen sein und sich nicht von alleine melden, dann wecken sie es nach spätestens 2-3 Stunden zum Stillen.

Ihre Milchmenge wird entsprechend der Nachfrage reguliert: Je mehr Milch Ihr Baby an der Brust trinkt, umso mehr Milch wird auch wieder nachgebildet. Wächst Ihr Baby stark, wird es öfter als sonst an der Brust trinken wollen und erhöht so die Milchmenge.

Vorsicht vor Ammenmärchen und ungebetenen Ratschlägen: Vielleicht hören Sie, dass sie nun besonders viel trinken oder besondere Tees oder Nahrungsmittel zu sich nehmen müssten. Weder hierfür noch für Mittel zur äußerlichen Anwendung wie z.B. Stillöle gibt es nachgewiesene Wirkungen bezüglich der Milchmenge. Ihre Milchmenge reguliert sich alleine über hormonelle Prozesse und das Trinkverhalten Ihres Babys. Nur in seltenen Fällen kann eine Frau aus gesundheitlichen Gründen nicht genügend Milch bilden. Wenn Sie Fragen haben, Probleme auftreten oder der Stillstart nicht ideal verläuft, scheuen Sie sich nicht, sich frühzeitig fachlich unterstützen zu lassen. Für Stillprobleme gibt es Lösungen, je früher, umso besser.

Stillberaterinnen, Laktationsberaterinnen und Hebammen helfen Ihnen. Kontaktieren Sie eine ehrenamtliche LLL- Stillberaterin in Ihrer Nähe per Telefon oder E- Mail unter www.lalecheliga.de

Julia Afgan
Stillberaterin LLL
julia.afgan@lalecheliga.de
www.lalecheliga.de

Die Schwenninger Krankenkasse bietet werdenden Müttern erstklassige Leistungen rund um Schwangerschaft, Geburt und Baby. Jetzt anrufen und beraten lassen. 0800 0104501 (kostenfrei für Mobilfunk/Festnetz). Täglich von Montag bis Freitag von 08:00 – 18:00 Uhr.

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